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Von Ideen und Träumen auf Papier – zu Panels auf dem Dach
Was im Dezember 2024 noch wie ein fernes Ziel wirkte, ist heute Realität: Auf den Dächern des Colegio Fervan Campestre drehen 40 Solarmodule die Zähler zurück. Ein Jahr, das mit Träumen auf Papier begann, schloss mit dem Anblick von 24,8 kWp auf dem Dach der Schule. Und noch mehr: mit Schülerinnen und Schülern, die verstehen, wie das funktioniert– und warum es wichtig ist.
Lehrerin Martha Medina hat das Schuljahr 2025 als Projektleiterin begleitet und fasst es so zusammen: Ein Jahr voller Lernmomente, voller Herausforderungen – und am Ende voller Stolz.
Der Mut, Neues anzugehen
Das Schuljahr 2025 begann für das Colegio Fervan Campestre mit einer klaren
Entscheidung: Solarenergie sollte das Projektthema des Jahres werden – nicht als
Randthema, sondern als roter Faden durch den gesamten Unterricht. Das war kein kleiner Schritt. Für ein Kollegium, das Themen wie Photovoltaik bisher kaum in den eigenen Fachbereichen verankert hatte, bedeutete es, neue Wege zu gehen.
Der erste und vielleicht wichtigste Schritt war die Curriculumsarbeit mit dem freEnergy Team in der Planungswoche vor Schulbeginn. Die Lehrkräfte aus Physik, Chemie, Biologie, Technologie und anderen Fächern prüften gemeinsam: Was ist schon da? Was muss ergänzt werden? Welche Themen gehören zu uns? Das Ergebnis war überraschend: Viele Inhalte des Curriculums – von den physikalischen Grundlagen der Sonnenstrahlung bis hin zu Grundlagen der Elektrotechnik – waren bereits im bestehenden Curriculum verankert. Was sich veränderte, war nicht das Thema, sondern der Fokus und die Verbindung zwischen den Fächern. Fächerübergreifendes Denken, eingebettet in einen gemeinsamen Kontext: die Kraft der Sonne.
STEAM als Herzstück
Für den 10. Jahrgang wurde die Solarenergie zum Mittelpunkt der neu eingeführten STEAM- Klasse. Zusätzlich entstand ein Wahlfachangebot für die Klassen 6 bis 9 – insgesamt 44 Schülerinnen und Schüler tauchten so in die Welt der Photovoltaik ein.
In diesem Raum – einem Lernort jenseits der klassischen Unterrichtsstunde – passierte etwas Besonderes: Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten echte Projekte. Sie analysierten Standorte, berechneten Energiebedarfe, verglichen Speichertechnologien und entwickelten Finanzierungsmodelle. Sie nutzten Design-Thinking-Methoden, um Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu verstehen – und das Business-Canvas-Modell, um Lösungsideen greifbar zu machen.
Begleitet wurden sie dabei auch von Partnern aus der Praxis: Die Firma El Árbol de la Luz brachte vier Workshops in die Schule, Eltern brachten ihre berufliche Erfahrung ein, und das freEnergy-Projektteam war regelmäßig als Sparringspartner dabei.
Beat the Experts – der Kern des Projekts
Der Wettbewerb „Beat the Experts” gab dem Projektjahr seinen Rahmen und seinen Antrieb. Das Ziel: Am Ende des Jahres sollten die Schülerinnen und Schüler die Photovoltaikanlage ihrer eigenen Schule selbstständig planen – und wenn möglich, besser abschneiden als die Experten. Das ist kein kleiner Anspruch. Und genau darin lag die Stärke des Formats. Es entstand echter Wettbewerb – aber auch echter Lernwille. Die Schülerinnen und Schüler wussten: Das hier ist kein Übungsblatt. Das ist die Planung für die eigene Schule.
Eine Abschlussveranstaltung, die in Erinnerung bleibt
Am 8. November 2025 fand die Projektpräsentation statt – und sie wurde zu einem Ereignis. Sieben Teams präsentierten ihre Planungen und Konzepte vor acht Jurymitgliedern: Ingenieuren, Unternehmern, Forschern und Fachleuten aus Bereichen wie Elektronik, Umweltingenieurwesen und Biochemie. Dazu kamen Eltern, Schulleitung und Lehrkräfte. Martha Medina eröffnete den Tag mit Worten, die den Geist des Projekts auf den Punkt
brachten:
„Dieser Prozess war weit mehr als eine akademische Erfahrung. Es war eine Reise der Entdeckung, der Kreativität und des Bewusstseins für die Bedeutung sauberer Energien für die Zukunft unseres Planeten.”
Den Auftakt machte ein Gastvortrag von Dr. Abigail González Díaz (Universität Edinburgh) über grünen Wasserstoff als Klimaschutzoption – ein Ausblick auf mögliche Folgeprojekte im Jahr 2026. Dann kamen die Schülerinnen und Schüler.
Sieben Teams, jeweils vier Personen, stellten ihre Projekte vor. Es wurden Preise vergeben vom Motor-Tool-Set für das Siegerteam (Lisbeth Ruiz, Joaquín Caicedo, Sara Rey, Samuel Morales) bis zu Elektronikgutscheinen und Roboter-Baukästen mit Solarzellen für alle. Aber die eigentliche Auszeichnung war eine andere: die Chance, vor echten Expertinnen und Experten zu bestehen und zu wissen – das hier haben wir selbst erarbeitet.
Was auf dem Dach steht
Parallel zur Lernreise im Klassenzimmer nahm das reale Projekt Gestalt an. Auf dem Dach des Colegio Fervan Campestre wurde ein netzgekoppeltes Photovoltaiksystem installiert:
- 40 bifaziale Solarmodule (JA Solar JAM66D45-620/LB), je 620 Wp
- Gesamtleistung: 24,8 kWp
- Wechselrichter: GoodWe GW20KLV-MT, 20 kW, dreiphasig
- Drei Strings mit 14, 13 und 13 Modulen
- Bidirektionale Messung, Monitoring und vollständiger Überspannungsschutz
Was im Dezember 2024 noch eine Skizze war, ist nun ein funktionierendes System. Die
Schule spart Strom, nutzt Solarenergie – und hat ein lebendiges Lernlabor auf dem eigenen Dach.
Was bleibt – und was kommt
Das Colegio Fervan Campestre träumt weiter. Die Schule möchte bis Ende 2026 ein STEAM Labor einrichten, das dauerhaftes Experimentieren und Lernen rund um erneuerbare Energien ermöglicht. Der Wunsch ist klar: Die Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler sollen zertifiziert werden – damit das Gelernte nicht im Klassenzimmer bleibt, sondern echte Türen öffnet.
Und was hat das Projektjahr aus Sicht des freEnergy-Teams gezeigt? Dass es funktioniert. Dass ein strukturiertes Curriculum, engagierte Lehrkräfte, echte Partner und ein klares Ziel zusammen etwas in Gang setzen können, das größer ist als seine Einzelteile. Was im Dezember 2024 auf Papier stand, dreht heute auf dem Dach Strom
Ihr wollt ein ähnliches Projekt an eurer Schule oder Organisation anstoßen? Wir stellen das Curriculum und die Planungsunterlagen gerne zur Verfügung. Schreibt uns: info@fre.energy
Impressionen aus dem Projektjahr



